Tauchen

Durch meine Taucherbrille kann ich Marta sehen. Sie schwebt genau vor mir und nickt langsam. Generell passiert hier unten alles intensiver und ruhiger. Niemand kann reden, keiner stört.

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Schnorcheln, nicht tauchen, Koh Tao, Nang Yuan

Das Wasser ist klar, doch hier unten sieht man die Sandkörner wie Nebel. Dann Sonnenlicht wie es über den Boden zuckt, Luftblasen wie sie neben deinem Gesicht aufsteigen, Hände die sich leicht und schwerfällig zugleich bewegen. So fühlt sich der Ozean an: Schwerelos sein können ohne sich zu leicht zu fühlen. Man nimmt jedes noch so kleine Detail wahr -wenn man nur will. Kleine Korallen in unterschiedlichen Farben wirken lebendig und surreal. Die Barrakudas über meinem Kopf wie aus einem Science Fiction Film.
Ich gehöre hier nicht hin, das ist sicher. Tauchen ist fremdes Territorium. Weder ich noch die Anderen sollten hier sein.

DCIM100GOPROGOPR0480.Ich treibe ein bisschen nach oben weil ich meine „buoyancy“ noch nicht gefunden habe. Marta zieht mich runter und nickt noch einmal. Ich mache die Augen zu, löse die Maske und beginne mit der Tauchübung: Wasser in meine Brille, Kopf runter um es dann durch die Atmung über die Nase wieder an den Ozean abzugeben.
Martas Augen sind braun und wachsam. Ich weiß jetzt schon, dass das eines der Bilder sein wird, die zwar nie an meiner Wand aber in meinem Gedächtnis hängen werden: Da sind die salzverklebten Wimpern und der Umriss der Taucherbrille, um uns all das Wasser.

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Nang Yuan, Koh Tao

Tauchen auf Koh Tao ist wie laufen auf einem Marathon, ist wie essen in einem Restaurant oder schlafen in einem Bett. Es geht nicht ohne.
Koh Tao besteht aus nichts anderem als Hügeln, Palmen, Schlaglöchern und Tauchschulen.
Ocean Sound Dive + Yoga befindet sich nicht direkt am Pier sondern weiter weg vom Trubel und als wir die Schule am ersten Tag betreten, wird sofort klar, dass das einer dieser Orte ist, auf die man sich einlassen kann. Oder auch nicht.
Es liegt an dir ob du Wills Sprüche erwiderst oder Jespers Deutschkenntnisse vorantreibst, ob du durch deinen Regulator lachst oder doch lieber panisch zur Oberfläche schwimmst.
Man muss sich fallen lassen. Der Ozean fängt.

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Madita, Anthony, Marta von Oceansound Dive+Yoga, Lou und Jen

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Dann macht es auch nichts mehr wenn man zitternd über das Boot kriecht, sich die schwere Flasche aufschnallt uns sich ein, zwei oder auch drei Mal übergibt bevor es ab in die Tiefen geht. Hauptsache man hat den Kugelfisch gesehen.

 

Open Water Diver (z.B. mit PADI): 8500 – 9800B (242-280Euro)

Oceansound Dive+Yoga liegt nicht direkt am Pier, das macht die ganze Sache ein wenig ruhiger und persönlicher. Zum Pier kommt man problemlos mit dem gemieteten Roller und auch mit dem Fahrrad braucht man nicht mehr als 10 Minuten.