Thakhek Loop

Zuhause ist ein Gefühl.
Manchmal, und das sind die besten Momente, bist Zuhause nur du selbst. Alles Gesehene, alles Gefühlte, alles Gute, alles Gewonnene, jedes Stück, gehört dorthin. Zwischen deine Rippen, hinter deine Stirn, in deinen Blick, bis zu den Zehenspitzen. Du trägst dein Zimmer bei dir, deine Küche, deine Familie, deine Sorgen, deine Träume. Und nichts davon ist zu schwer.IMG_4040

Ich blicke den Berghang hinunter und sitze auf einmal im 934. Ich stelle mir vor wie es Zuhause aussieht. Wie ich dort sitze und das Stadium an mir vorbeifliegt, die Kastanienbäume und aufgeräumten Vorgärten. Überall sind blonde Menschen und im Sommer, wenn die Sonne tief steht, lachen wir. Doch heute weht die Wäsche im Wind und der Hund läuft über die Straße und überall wirbelt Dreck auf. Staub; orange, braun, grau. Am Straßenrand stehen Plastiktische und die Hitze brennt und ja, in mir drin geht heute die Sonne nie unter.
Auf dem Weg nach Thakhek lernen wir drei Franzosen kennen, eine Amerikanerin, eine Norwegerin und einen Deutschen. Mit acht Motorrädern geht es für vier Tage „on the road“; den Thakhek Loop bezwingen.
Die Landschaft wechselt, baut sich auf. Erst die überhitzte vielbefahrene Straße aus Thakhek hinaus, die Häuser am Straßenrand (für die man seine Definition von „Haus“ überarbeiten muss), grüne Berge im Hintergrund über denen die Gewitterwolken hängen. Dann Dörfer in denen die Jugend Fußball spielt, das Fleisch auf dem Grill liegt, Benzinkanister gestapelt werden und eine Straße die sich kurvig um einen Damm windet. Grün zu allen Seiten, das Gas durchgedrückt. Oranger Matsch klebt noch immer an unseren Schuhen. Dann abgebrochene Baumstämme im Wassergraben, ganze Seen im Hintergrund. Wir parken unsere Motorräder bei „Phosy Guesthouse“, in den Hängematten auf unseren Holzterrassen öffnen wir das erste „Beerlao“. Die Sonne geht unter. Zumindest dort draußen.IMG_4035 IMG_5014 IMG_5004 IMG_5006 P1120486 IMG_5075 P1120495 P1120501 P1120507 P1120510

Der Thakhek Loop liegt im zentralen Laos und ist so ziemlich das Einzige was man in dieser Gegend zu tun hat. Startpunkt ist für viele die Travelers Lodge, die wir trotz guter Anbindung an den berühmten Mr.Ku Motorradverleih nicht empfehlen. Mr.Ku dagegen ist eine Legende und keiner von uns hatte Probleme mit seinem Bike. Nach ein paar Testrunden auf dem Hof kann es auch schon losgehen (Mit Versicherung kosten die Chinesen 70.000kip und meine Honda 110.000kip pro Tag). Die Travelers Lodge ist überteuert, das Personal unfreundlich und der Lieblingssatz bezüglich jeder Frage lautet „We no have“.
Zum Loop selber lässt sich sagen, dass er absolut lohnenswert ist. Die Natur und die Straßen sind super, es gibt viel zu sehen und wenn man ein wenig langsamer fährt, bekommt man auch alle Eigenarten der Bewohner am Straßenrand mit; Minischweinchen, pinkelnde Höhlenführer, Wasserbüffel, winkende Kinder, kochende Frauen (manchmal will man nicht wissen was da im Topf schwimmt).
Blogs von 2012 sind zu diesem Thema komplett veraltet. Die Straße ist mittlerweile bis auf einen Abschnitt von 30km super ausgebaut und gut zu befahren. Die übrigen 30km könnten zur Regenzeit dramatisch werden, ansonsten: Staubmaske auf und los geht’s!IMG_5030 IMG_5000 IMG_3927 IMG_3923 IMG_4026 IMG_3910 IMG_3916 IMG_3893 IMG_3860 IMG_3862 IMG_3848 IMG_3844 IMG_3851Fotos u.a. von: Felix, Morgane und mir

 

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