Ho-Chi-Minh-City

Nachts sind die Straßen noch voller. Die Hitze steht zwischen den Gassen. Vietnams Bangkok trumpft mit noch mehr; noch mehr Chaos, noch mehr Motorräder, noch höher und noch weiter. Verschachtelt und zerschunden steht die Metropole stolz im Süden Vietnams. Häuserwände tapeziert mit Fetzen, Werbeplakaten und Essensschildern. Die Stände stehen auch hier in jedem Winkel, doch das Essen darauf ist anders als in Thailand. Logisch. Ein neues Abenteuer beginnt.IMG_3895 IMG_3894

Was denkt man von Vietnam bevor man losfährt? Ich denke am Flughafen erstmal nichts, außer an AirAsia und daran, dass ich noch ein bisschen älter werden will. Doch wenn man nur „Vietnam“ denkt, dann tauchen dort provisorische Bilder vom Vietnam-Krieg auf, von Armut und Menschen, die so viel anders sind als wir selbst.
Wir haben nicht viel Zeit. Drei Wochen mögen lang wirken, doch wenn man keinen Marathon hinlegen will, kann man nur einzelne Stationen mitnehmen. Beginnend in Hoh Chi Minh (Saigon) merken wir schnell, dass auch Vietnam nicht zu verallgemeinern –und der Vietnamkrieg genauso fern wie nah ist.
Hoh Chi Minh City schläft nicht. Auf dem Asphalt im Park inzwischen von Häuserwänden, in dieser Schlucht umkreist von unzähligen Mofas und dem Echo der Hupen, fahren Kinder Inliner und spielen Federball, weil die Hitze nun ertragbar geworden ist.
Mittags stolpern wir über die ungleichmäßigen Bürgersteige und versuchen nicht überfahren zu werden bei dem Versuch eine Kreuzung zu überqueren.
„Seriously man, why don’t you have rules for driving?“
“Well, in theory we have”, der Vietnamese lacht. Aber das Leben in Vietnam ist nunmal nicht theoretisch.

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Vielleicht sind die Vietnamesen auch einfach zu cool dafür -oder zu faul. In der Mittagshitze laufen wir durch die Straßen und wollen uns am „Banh Mi-Stand“ ein vietnamesisches Sandwich kaufen; die Frau dahinter hat in ihrem kleinen Stuhl die Beine ausgestreckt und schläft. Der Friseur nebenan (nur ein Plastikstuhl am Straßenrand und ein Spiegel an der Wand) sitzt selbst darin und hat die Augen zu.
Etwas weiter hinten stehen vier Männer und gestikulieren wild. Zwei von ihnen halten Hähne in den Händen, beugen sich über sie, packen ihre Federn und gießen Wasser über die Schnäbel. Ein Hahnenkampf in einer 7,396 Millionen-Stadt (2010). Dahinter laufen Menschen aus einem Supermarkt.

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Alles hupt. 24 Stunden am Tag. Es hupt auch als wir von einem“ Pubcrawl“ nach Hause laufen, ohne für ihn bezahlt zu haben. Ehrlich, als Mädchen zu reisen hat auch seine Vorteile. Und Vietnamesen sind gar nicht so anders als wir.

Same same but different.

Aber dazu später mehr.

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