Chiang Mai

Everyone smiles in the same language.

DCIM100GOPROG0021035.Ich starre auf das leere Word-Dokument, meine Beine zum Schneidersitz auf dem Flughafenboden. Eine Gruppe Thais bleibt neben uns stehen. Der Thai-Gruppen-Anführer schreit. Ununterbrochen bewegen sich die Lippen; keine Luft, keine Luft. Gott, wie holen die Luft?
Ich rufe mir Chiang Mai ins Gedächtnis und nehme euch mit, in Ordnung? Ein Schritt nach vorne reicht, ein Klick zur Ticketbuchung, mehr braucht es nicht. Kommt.
Warum? Um Urlaub zu machen, vor den Dingen zu flüchten? Dem Alltag Lebewohl sagen?
Deswegen bin ich nicht hier. Stellt euch Chiang Mai vor: Ein bisschen rauchig, ein bisschen grau im April, die Sonne so warm, dass sich eure Wangen röten. Charakter in jedem Haus, auch wenn er euch nicht gefällt. Das Leben vor den Wänden, nicht dahinter. Essensgerüche, ganze Küchen an Motorräder geschraubt und eine Gabelung in kleine Gassen. Ruhe, Vögel zwitschern, ein kleiner Buchladen auf der Ecke und exotische Pflanzen, die sich über eure Köpfe ranken. Ich bin hier, weil ich das Leben aller Anderen spüre, wenn ich die Arme von mir strecke und zu meinen Seiten taste. Ich kann es in den Augen jedes zweiten Backpackers sehen. Diese Sicherheit, diese Neugier, dieses Pochen. Es pocht so laut, wenn man mit ihnen redet. Dort ist kein Rauschen mehr, nur ein klarer, entschiedener Ton. Dieses Leben, diese Lust darauf. Hier sind Menschen die verstanden haben, worum es geht. Und es wird Menschen geben, die das hier lesen und sich tausend Fragezeichen oder Blockaden formen.

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„That’s what you learn while travelling, don’t you? You learn that you really can have everything. You can do whatever you want. You are free. Not in that provocative way, not being free in order to not care about anything but you are free to be yourself and whatever your definition of yourself is, that there is a place out there where people and land would be happy to welcome you.”

IMG_3826 IMG_3841 IMG_3821 IMG_3853Man hört so viele Leben pochen, wenn man reist. So viele unterschiedliche Bässe, Genres und Stimmungen. Und was ist besser, als ein reicher, ausgefallener Musikgeschmack?
In Chiang Mai laufe ich schon lange nicht mehr durch die Straßen als würden sie meine Schritte noch nicht kennen. Chiang Mai lässt dich mit Leichtigkeit aufsetzen und macht es schwer wieder in den Flieger zu steigen.
Ich warte vor einer Bar und gebe zwei Thais High Five, lasse mir erklären wie ich das Essen zu bewältigen habe, verbeuge und bedanke mich fleißig und bekomme vom 12 bis 15 April Eimer voller Wasser übergeschüttet. Neujahr als Wasserschlacht kann so schön sein, wenn die Bars unter Wasser stehen, die Band in Flip Flops spielt und die Besitzerin nur dasteht und lachend eine pinke Wasserpistole gegen deine Brust drückt.
Songkran in Thailand. Muss man sogar als Karnevalmuffel, Popmusik-Hasser und Menschenmassenverachter erlebt haben. Es gibt nichts Besseres als durch eine Stadt voller lachender Leute zu laufen, die sich gegenseitig mit Wasser bewerfen. Überall stehen Eimer mit Eisblöcken und alle sind Freunde. Ehrlich. Ich bin kein Freund von Verniedlichungen, ich mein das so.
Chiang Mai hat aber noch viel mehr zu bieten, im Norden von Thailand ist es umgeben von massenweise Natur, Ausflugsmöglichkeiten und ist einer dieser Städte in der sich an jeder Ecke ein Markt versteckt, an dem eben nicht nur Touristen einkaufen.

DCIM100GOPROGOPR0999. DCIM100GOPROGOPR1015. DCIM100GOPROGOPR1017. DCIM100GOPROGOPR1019. DCIM100GOPROGOPR1021.Es gibt mehr als nur ein gutes Restaurant und es lohnt sich Umwege zu gehen. Fast ein bisschen europäisch beherbergt jede Nische ein kleines Café oder alternative Möglichkeiten sein Geld zu investieren. IMG_3879 IMG_3873 IMG_3882

Auch das Bier schmeckt hier irgendwie besser. Sogar wenn man es in einer Straße trinkt wo junge Thaimädchen mit alten deutschen Männern zusammensitzen und sich im Hintergrund 14-jährige Jungs bei einem Muay Thai-Kampf die Köpfe einschlagen. Keine Details, manchmal ist niedlich vielleicht doch ganz gut.

What to do in Chiang Mai:

  1. Chiang Mai Mountainbiking (die Tour für Anfänger hat es sogar in sich, wenn man noch nie Mountainbike gefahren ist und die Tourguides sind alle bester Laune und sprechen gutes Englisch, gibt einen einen kleinen Anblick in die Umgebung von Chiang Mai ohne arme Elefanten zu quälen)

  2. Cooking Love (wirklich gutes, sehr freundliches Restaurant in einer schönen Seitenstraße. Zum Nachtisch gibt es kostenlose Wassermelone und die Portionen sind großzügig. Kleiner Tipp: Ich steh auf spicy aber hier ist selbst medium ziemlich scharf. Besonders das Young Coconut Curry hat es mir angetan)

  3. Die Studentenumgebung Nimmanhaemin ist einen Besuch wert: Hier tummeln sich kaum Touristen, dafür lustige Thais und gute Bars und Restaurants mit Livemusik. Die Häuser bestehen oft zur Hälfte aus Glas und die Fassaden zieren Holz.

  4. @zleep (über airbnb gebucht). Dort haben wir gewohnt. Fern und Tor sind die besten Gastgeber. In dem Bistro gegenüber ihres Hostels haben sie immer ein offenes Ohr für dich. Es gibt freien Wäscheservice und Kaffee und die Umgebung bietet einen Einblick in das normale Thaileben. Ganz in der Nähe kann man sich morgens durch das Treiben auf einem Markt schlagen und Ries mit Ei und Fisch für 1 Euro frühstücken. Außerdem gibt es den besten Kaffee nur ein paar Schritte vom Hostel entfernt. Ein Songthraew (rote Pick-Ups) sollten ins Stadtzentrum nicht mehr als 20-40B kosten und zu Fuß macht das erkunden noch mehr Spaß!

  5. Chaing Mais Tempel sind einen Tag Entdeckungstour wert. Während Songkran besonders bunt, lassen sie einen mehr als in Bangkok verstehen, was die Religion den Menschen hier bedeutet.

  6. Unbedingt probieren: Kao Soy (Schreibweise varriiert), vielleicht nicht jedermanns Sache aber typisch nördliches Thai-Essen. Mir hat’s geschmeckt, denn: Nuuudeln Nuuudeln Nuuuudeln. In der Innenstadt soll es ein kleines verstecktes Restaurant geben, das das beste Kao Soy verkauft (allerdings nur von morgens bis 14 Uhr geöffnet)

  7. Walking Street; KAUFEN KAUFEN KAUFEN! Wie teuer war nochmal Extra-Gepäck oder ein Paket nach Deutschland? Am besten vor 8 oder nach 10 besuchen, ansonsten wird’s voll.

  8. Seitengassen erkunden, mal rechts und links abbiegen und stöbern.

  9. Nachtleben: Nimmanhaemin Gegend und Zoes für das typische Backpackervergnügen

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