Khao Sok National Park

Khao Sok riecht schon anders. Es riecht friedlicher und umgeben von Bergen, riecht es auch nicht mehr nach Meer sondern nach Wald, Moos und Abenteuer. Eine Hauptstraße schlängelt sich den Abhang hinunter. Die Schilder die hier stehen sind bunt und weisen auf Fruit Shakes, auf Swimming und den National Park hin. Affen sitzen in den Bäumen und die Hitze färbt unsere Wangen, als wir auf den Transporter klettern. Das ist das Thailand, was ich gesucht habe. Weniger Autos, mehr Natur.IMG_3549 IMG_3574 IMG_3553 IMG_3548

Alles was wir hören, ist rascheln und zirpen und zwischendurch das Nagen der Streifeneichhörnchen. Evergreen House liegt etwas weiter ab, es geht erst auf eine Schotterpiste, unter Palmen her, die Schatten werfen und dann auf ein eingezäuntes Anwesen. Nichts hier hat Ordnung ohne unordentlich zu sein. Kai und Noi betreiben den Bungalow-Park alleine. Er lächelt freundlich, sie putzt noch die Zimmer. Faire Arbeitseinteilung also. Ich sitze lange auf unserer kleinen Terrasse und will lesen. Dann tue ich doch nichts anderes als all das grün anzustarren. Es gibt so viel davon, dass einem beinahe schwindelig wird.IMG_3578

Zu Fuß laufen wir am Fluss entlang und werfen einen Blick in die Kautschuk-Plantagen. Wenn die Wolken sich Abends zwischen den Berggipfeln fangen, regnet es und wie Trommeln prasselt das Wasser auf unser Wellblechdach.

Von dem Ort Khao Sok aus, fährt man eine Stunde mit dem Minibus bis zum Chiew Lan Lake, ausgehend von dem dort erbauten Damm wechselt man in ein Longtailboat um den Nationalpark zu erkunden. Erst wollen wir keine Tour buchen und mit hunderten Touristen herumkutschiert werden. Ohne Auto und ohne Stress ist es auf eigene Faust aber schwer den Damm zu erreichen. Machbar, ja, aber im Endeffekt auch teurer. Wir wollen Abenteurer sein, entschließen uns aber doch für die Overnight Stay Tour und hüpfen aufs Boot. Neben uns Juri, 9 Jahre alt, aus Berlin. Er redet viel. Madita wirft mir einen ihrer Blicke zu. „Seid ihr auch aus Deutschland?“ fragt er freudig und nicht zum ersten Mal ist unsere Antwort unser Todesurteil. Eine Stunde Minibus kommen mir auf einmal viel länger vor. „Wann sind wir da?“, Juri grinst mich an. Wüsste ich auch gern, kleiner Mann. Die Sonne scheint. Das Wasser ist blau, dann färbt es sich. Erst trüb, dann klar, irgendwas zwischen grün und türkis. Eine Farbe die ich so noch nicht kenne und irgendwie nicht benennen will. Es ist als läge der Dschungel auch im Wasser, die andere Welt in jedem Liter des Sees. IMG_3671IMG_3592 IMG_3595Hier leben Elefanten, Tiger und Leoparden. Wir sehen keinen davon, doch die Vorstellung reicht. Mit jedem Meter verliert sich die Zeit. Hier tickt die Uhr anders und vermutlich auch schon länger. Unser schwimmender Bungalow steht schief. Am Eingang wachsen Pilze. Das Holz ist sonnenbleich, es ist ruhig (bis auf Juri) und die Wasseroberfläche spiegelglatt bevor wir hineinspringen. IMG_3610 IMG_3611 IMG_3616 IMG_3618 IMG_3619

Kontrastprogramm bietet die Wanderung durch eine Höhle, in der uns das kalte Wasser teilweise bis zum Kinn reicht. Über uns hängen Fledermäuse und um uns die Spinnen. Nicht hingucken, dann geht’s. Man kann sich ein Kajak schnappen, Jaja unser Tourguide fängt eine fliegende Eidechse. Madita und ich finden das fast traurig, ein anderer Deutscher stürmt aber bereits hin um Fotos zu machen. „Das ist ein Kampf, Schatz“, schreit er und ich verdrehe die Augen. Die Dusche hat keinen Duschkopf mehr. Es tropft ein bisschen. Morgens sehe ich der Sonne dabei zu, wie sie den Regenwald in ihr rosa Licht tunkt.IMG_3657 IMG_3631 IMG_3653 IMG_3638 IMG_3624 IMG_3665

Must dos:

  1. Jungalow: Lecker Essen bei chilliger Musik von Bastian

  2. Evergreen House: Noi und Kai sind Beide nett (meistens) und sprechen „gutes“ Englisch

  3. Tempelanlage: heruntergekommen, aber mit einer Banane im Gepäck kann man Affen füttern

  4. Unbedingt den Chiew Lan Lake besuchen, der Overnight Stay hat sich gelohnt. Die Gruppe mit 17 Leuten ist übersichtlich und entspannend (Von Khao Sok günstiger als von Khao Lak aus)

Ein Gedanke zu „Khao Sok National Park“

  1. Jetzt verfasse ich mal so einen Kommentar, wie es sonst nur unsere lieben Eltern gemacht haben :D Gaaanz tolle Berichte, so richtig typisch, wie schon in Australien 100% gegensätzlich zu unserem Blog damals :P Passt auf euch weiterhin auf und komm mir heile wieder hier hin, vermisse dich! Und der Blog ist echt schön aufgemacht :)
    LG dein Jonas :)

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